WG gesucht - worauf kommt es an?

Wohngemeinschaften: Wie man sie findet, wie man sie selbst gründet, welche Fragen dabei wichtig sind. Und vor allem: Sind Sie jemand, der in eine WG passt?

Wer sucht eine WG?

renoviertes EinfamilienhausEine Wohngemeinschaft (kurz: WG) steht für das "Zusammenleben mehrerer unabhängiger Personen in einer Wohnung. Allgemeine Räume wie Badezimmer, Küche oder auch ein Wohnzimmer werden dabei gemeinsam genutzt." (1)

Im Jahr 2003 lebten 22 Prozent der Studenten in der BRD in WGs. Das hat das Deutsche Studentenwerk ermittelt. Neben Studenten leben auch viele Berufstätige in Wohngemeinschaften. Besonders interessant ist das für Pendler und Menschen, die nur kurze Zeit in einer Stadt arbeiten. Man findet also in Wohngemeinschaften viel mehr "normale" Menschen, als das Klischee vorgaukelt. Exzentrische Außenseiter, die sich zu fünft ein Zimmer teilen, gibt es sicher auch. Aber sehr selten.

Ein bissel Statistitik: Der durchschnittliche WG-Bewohner ist zwischen Anfang 20 und Anfang 30. Dann kommt die Familie und das war's. Denn: Familie/ Paare passen nicht in eine Wohngemeinschaft.

Vorteile von Wohngemeinschaften

  • Günstig wohnen: Das Leben in einer WG kann preiswerter sein als das Alleinwohnen. Das muss aber bei der Miete nicht so sein. Bei den Anschaffungskosten für Haushaltsgeräte ist die WG deutlich günstiger: Vier Leute kommen mit einer Waschmaschine aus, die sonst jeder allein nutzen würde.
  • Höhere Wohnqualität: Eine schöne große Wohnung oder sogar ein Haus können sich mehrere Bewohner teilen. Für jeden allein wäre das unmöglich.
  • Mehr Freiraum: Die große Wohnung bedeutet mehr Platz für jeden Einzelnen und Gäste, die man einlädt.
  • Größere Wohnungen sind pro Quadratmeter meist billiger als kleine.
  • Man spart bei Nebenkosten wie Heizkosten und Beleuchtung.
  • Persönlichkeitsbildung: Soziale Intelligenz, gute Umgangsformen und auf andere Menschen einzugehen, lernt man im WG Alltag. Wo sonst? Gute Frage.

Nachteile von Wohngemeinschaften

  • Weniger Privatsphäre als in einer einzeln bewohnten Wohnung.
  • Man kann nicht nur mehr mit anderen reden, man muss es oftmals. Auch wenn man dazu nicht gerade Lust hat.
  • Eine Wohnung für eine WG zu finden, ist deutlich schwerer als eine Wohnung für eine Person. Das liegt an der Größe der Wohnung und an der Ablehnung seitens des Vermieters.

WGs in der Großstadt und Kleinstadt

WGs gibt es in allen Großstädten und Städten mit Universität oder Hochschule. Soweit dürfte das bekannt sein. In Kleinstädten oder auf den Dörfern gibt es weniger Angebot und weniger Nachfrage. Unterm Strich können Sie überall WGs finden oder gründen. Tipps zur WG Suche fernab der großen Städte:

  • Inserieren Sie in der Lokalzeitung der Region. Denn über die Wohnungsbörsen im Internet finden Sie meist nichts.
  • Wenn Sie in der Gegend sind, verteilen Sie Zettel mit Ihrer Annonce und Telefon-Nr. an Schwarzen Brettern in Supermärkten, Cafès oder Kneipen.
  • Auch in überregionalen Fach-Zeitschriften und Szene-Zeitschriften können Sie inserieren. Oft ist das sogar kostenlos.

Worauf sollte man bei der Wohnung achten?

  • Raumaufteilung: keine Durchgangszimmer, in großen Wohnungen mind. zwei Bäder, Bad und Toilette sind getrennt, ein Raum kann als Gemeinschaftsraum genutzt werden. Ideal dafür ist eine große Küche.
  • Die Zimmer sollten in der Größe nicht zu verschieden sein - ein 8qm-Kinderzimmer wird niemand bewohnen wollen...
  • Nebenkosten müssen sich verbrauchsabhängig aufschlüsseln lassen. Sonst zahlen viele für einen, der täglich heiß badet oder der seine 25 Grad Raumtemperatur durchgehend braucht, auch wenn er außer Haus ist.

Worauf sollte man bei Verträgen achten?

Erstens: Jeder Mieter macht einen schriftlichen Vertrag. Sei es Mietvertrag oder Untermietvertrag. Mündliche Absprachen taugen nicht auf Dauer. Es gibt zwei erprobte Varianten, jede davon hat Vor- und Nachteile.

1. Ein Bewohner ist Hauptmieter, die anderen Untermieter. Rechtlich und finanziell hat der Hauptmieter alles in der Hand und alles am Hacken, wenn Schäden entstehen oder jemand seinen Mietanteil nicht bezahlt. Fraglich ist die Gleichberechtigung innerhalb der WG.

Wichtig dabei: Wird an mehr als eine Person untervermietet, ist die Zustimmung des Vermieters unumgänglich. Ein Sonderfall ist eine Wohngemeinschaft aus genau zwei Mitgliedern. Hier besteht sogar ein Anspruch auf Untervermietung, der Vermieter darf also die Untervermietung an eine weitere Person nicht verbieten.

2. Alle sind Hauptmieter und unterschreiben den Mietvertrag über die gemeinsame Wohnung/ das gemeinsame Haus. Das halten einige Vermieter für sich für aufwendiger als den 1. Fall. Aber wenn sie sich darauf einlassen, kann alles was zu regeln ist, transparenter laufen als sonst.

Irrtum: WG ist keine Bedarfsgemeinschaft

Eine Wohngemeinschaft kann dazu führen, dass die Gemeinschaft als Bedarfsgemeinschaft im Sinne des SGB eingeschätzt wird. Dann wird das Amt vielleicht die Leistungen kürzen wollen, bis Sie klarmachen, dass eine WG keine BG ist. Das zu tun, gelingt leicht - es ist nur etwas Aufwand und erfordert evtl. eine Wohnungsinspektion der Arge-Mitarbeiter.

verfasst: November 2011, zuletzt aktualisiert: 09/ 2018

Quelle: (1) wikipedia

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