Warum Reichtum allen nutzt

Wohlhabende haben in Deutschland ein Problem. Während Reichtum anderswo als Ergebnis harter Arbeit gilt, herrscht hierzulande eine Tradition der Missgunst gegenüber Vermögenden. Dabei wird ihre Rolle in der Gesellschaft oft unterschätzt.

Reichtum ist nicht Makel, sondern Auszeichnung. Niemand muss sich schämen, weil er mehr Vermögen besitzt als andere. Reich sein ist keine Synomym für ein unverdientes Privileg, ein verwöhntes Luxusleben. Der Staat täte gut daran, insbesondere das produktiv eingesetzte Kapital steuerlich zu entlasten und die Leistungsträger dieser Gesellschaft nicht eindimensional als Privilegierte zu betrachten. Die Gesellschaft sollte vielmerh dafür Sorge tragen, dass möglichst viele Menschen zu Leistungsträgern werden, und damit die Ursachen statt nur die Symptome der Armut bekämpfen. Denn ein größeres Maß an Wohlstand für alle kann auf Dauer nicht durch Umverteilung sondern nur durch mehr wirtschaftliche Dynamik erreicht werden.

Verantwortungsbewusstes Handeln ist Grundsatz vieler Famileinunternehmen in Deutschland. Das mittelständische Unternehmertum ist die Säule unserer Wirtschaft: Aus diesem Bereich stammen 99 von 100 Unternehmen in Deutschland. Anders als das eingekaufte Management in Konzernetagen kümmern sich die oftmals auch nocht stiftend tätigen Familienunternehmer um ihre Mitabereiter und um den Erhalt ihrer Arbeitsplätze. Dabei ist die wirtschaftliche Existenz des Unternehmens vielfach gelichbedeutend mit der des Eigentümers. Ohne Frage: Der heutige Mittelständler hat im Schnitt ein höheres Einkommen als seine Angestellten. Dafür hat er jedoch viel weniger Zeit für privates Vergnügnen und trägt zudem die geballte Last der Verantwortung. Wer unter diesem Blickwinkel nun reicher ist, lässt sich daher nur schwerlich beurteilen - zumal der materielle Wohlstand mit Abgaben belastet wird, die freie Zeit aber nicht.

Nur 27 Prozent der Bundesbürger zahlen Einkommensteuer. Betrachtet man deren steuerliche Abgaben, fällt auf, dass 50 Prozent des Steueranteils von nur etwa 10 Prozent der Steuerzahler aufgebracht werden - also von nur 2,5 Prozent der Bevölkerung. Demnach leistet also ein sehr kleiner Personenkreis diesen hohen Prozentsatz an Steuerabgaben. Dennoch herrscht in der Öffentlichkeit vielfach die Meinung vor, dass Besserverdienende noch zu wenig besteuert werden. Dabei wird übersehen, dass durch die Agabe von Steuern das Vermögen vermindert wird - Vermögen, in dem in der Regel eine unternehmerische Aktivität und somit auch Arbeitsplätze stecken. (...)

Dieser Artikel ist ein Auszug des gleichbetitelten Beitrags von Alexander Mettenheimer (FAZ vom 19.2.) Herr Mettenheimer ist persönlich haftender Gesellschafter und Sprecher der Geschäftsleitung bei der Privatbank Merck Finck & Co, München


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Kommentare

klar ist vermögen okay und hilfreich für alle.

aber hilf es mir gerade? nein... also kratz es mich nicht wirklich ;-(

Ich finde dieses Zitat passend:

Es gibt nur ein Mittel gegen die Armut in der Welt - selbst nicht arm zu sein.

In dem Sinne kratzt es mich, gerade WEIL ich (noch) zu wenig Vermögen habe. :)