Steuerfrage: Kann man den Umzug absetzen?

Waren Sie vor einem Umzug berufstätig? Ist der Umzug berufsbedingt? Dann können Sie Ihre Umzugskosten als Werbungskosten geltend machen. Diese Kosten sind in der Einkommensteuererklärung und im Antrag auf Lohnsteuer-Jahresausgleich anzugeben.

Auch als "Aufstocker" können Sie Ihre Umzugskosten steuerlich geltend machen. Für erwerbslose Leistungsempfänger ist das nicht möglich. Wenn Sie mit ALG2 Ihr Gehalt aufstocken oder einen Minijob ausüben, dann kommt es darauf an, ob Sie einen Umzug selbst finanziert haben, oder einen Teil davon. Wenn das Jobcenter den Umzug bezahlt hat, können Sie diesen Betrag nicht steuerlich absetzen. (Lesen Sie weiter: Wann ist ein Umzug erforderlich?, Welche Kosten übernimmt die Arge?)

Privat veranlasste Umzüge

Wird ein Umzug nicht vom Arbeitgeber gefordert, handelt es sich um einen privat veranlassten Umzug. Wenn z.B. die Pflege von Angehörigen oder das Zusammenleben mit einem Partner ausschlaggebend für einen Wohnortwechsel sind, ist der Umzug privat veranlasst. Die Umzugskosten sind laut "Bund der Steuerzahler" auch hierbei steuerlich abzugsfähig, sie gelten als haushaltsnahe Dienstleistungen.

Absetzen können Sie 20 Prozent von bis zu 3.000 Euro im Jahr. Diese 20% (bzw. maximal 600 Euro) werden direkt von der Einkommensteuerschuld abgezogen. Sie müssen die Speditionskosten durch Rechnung und Bankbeleg nachweisen können. Reichen Sie die Belege beim Finanzamt ein, zusammen mit der Steuererklärung.

Voraussetzung: Es sind Arbeitskosten durch Transportunternehmen entstanden. Nur die Arbeitskosten (zzgl. MWSt) können abgesetzt werden. Wenn Sie den Umzug selbst machen und dafür einen Kleinbus mieten, sind also keine haushaltsnahen Dienstleistungen mehr im Spiel.

Berufsbedingte Umzüge

Wenn Sie aus beruflichen Gründen umziehen, sind Umzugskosten Werbungskosten. Ob Sie dabei den Arbeitgeber wechseln oder nicht, ist unerheblich.

Sammeln Sie alle Belege für einen Einzelkostennachweis. Oder es greifen diese Pauschbeträge:

  • 1.395 EUR für Verheiratete
  • 695 EUR für Alleinstehende und
  • 306 EUR für jede weitere zum Haushalt gehörige Person
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