Sachbuchautor Franz Konz zur Steuerlast

Im Vorgehen gegen Steuerflüchtlinge fällt der religiös-moralische Ton auf. Von Steuersündern und Steuerparadies ist die Rede, wenn es um einen Interessenskonflikt geht: der Staat will mehr Geld, der der es verdient hat, will es behalten.

Heute ist ein Interview mit Franz Konz (Autor von "1000 ganz legale Steuertricks") in der FAZ erschienen, das den Blick auf Steuern wieder gerade rückt. Auf die Frage, ob Steuern erheben eine moralische Grundlage habe, sagt er:

"Es sind Gesetze, die früher die Raubritter aufgestellt haben, um gut leben zu können. Fürsten und Könige mussten ihre Mätressen und Gelage bezahlen. Und taten das mit dem Geld der Untertanen.

Ist Steuerhinterziehung also gut?

Es ist ein Vergehen, aber ein sehr verständliches. Es ist ein Schutz gegen die Beraubung durch den Staat. Der Staat besteuert nicht, er beraubt seine Bürger. Früher galt der Grundsatz: Gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist. Das waren 10 Prozent. Heute nimmt der Staat bis zu 42 Prozent Einkommensteuer und dazu noch den Solidaritätszuschlag. Und zusätzlich kommt für jeden Bürger die Umsatzsteuer von 19 Prozent obendrauf. Der Staat nimmt von den Bürgern mehr, als sie selbst einnehmen, und langt dabei zweimal bei den Zinsen zu. Das ist eine unglaubliche Ungerechtigkeit."

Das vollständige Interview ist hier zu lesen.

Kommentare

Hallo,

den Franz kenne ich noch als er in Bergisch Gladbach beim Finanzamt gearbeitet hat.

Er war dort Lohnsteuer Sachbearbeiter.

Er wurde entlassen, weil er "ein paar Lohnsteuern" auf sein eigenes Konto geleitet hat.

Wir haben uns damals alle fast totgelacht als er dann anfing ein Buch zu schreiben.

Sollte wohl seine spaete Rache gegenueber dem Staat sein.

Nichtsdestotrotz, der Franz ist sehr qualifiziert und seine Buecher sind sehr gut geschrieben.

Ein Engel ist er aber nicht.

Das ist jetzt schon rund 40 Jahre her, sein Sohn leitet wohl jetzt seine Buecher wie ich hoerte.

So spielt das Leben!!!

Danke für die informative Ergänzung! Der ideale Sachbearbeiter scheint er ja nicht gewesen zu sein... Es scheint, dass er als Autor seine Berufung gefunden hat. Naja, wer will schon Engel?

Werden Geld Angelegenheiten nicht schlimmer bestraft wie andere Delikte ;-)

wenn ich was zu hinterziehen hätte würde ich es tun!

Zustimmung! In der Schule erzählte man mir, wie ausbeuterisch Kirchen und Fürsten früher waren. Aber der "Zehnte" war sehr human, verglichen mit 40 Prozent Abgaben oder noch mehr.