Höhere Beiträge zur Krankenversicherung fressen Lohnzuwachs auf

Deutliche Steigerungen der Beiträge für die Kranken- und Pflegeversicherung dämpfen die Freude vieler Arbeitnehmer über höhere Löhne.

Das Problem Arbeitslosigkeit scheint zwar derzeit nicht akut. Die Reaktion des Gesetzgebers: Zum 1. Januar 2008 hat die Politik den Beitragssatz zur Arbeitslosenversicherung von 4,2 auf 3,3 Prozent gesenkt. Anders sieht es bei der gesetzlichen Krankenversicherung aus: Die Beiträge werden steigen. Vermutlich schon in diesem Jahr, ganz sicher aber 2009. Auf über 15 Prozent - nach Prognose der Barmer EK sogar auf 15,5 Prozent. Der Pflegebeitrag wird zum 1. Juli 2008 von 1,7 auf 1,95 Prozent hochgesetzt.

Die düsteren Vorhersagen für die GKV kommen nicht überraschend. Die Lohnzuwächse sind zu niedrig, um bei gleichen Prozentsätzen die höheren Arzthonorare, Arzneimittelpreise und Klinikaufenthalt zu bezahlen, sagen die Kassen. Ich bin kein Versicherungsexperte, aber ... Nach neun Monaten Gesundheitsreform diese Entwicklung - was soll denn noch für ein Wunder passieren, damit die Reform den zahlenden Kassenkunden zugute kommt? Ich denke, der Zug ist abgefahren. Mehr noch:

Politischer Ausblick für 2008

Ab Herbst legt die Politik den Beitragssatz für den Gesundheitsfonds fest. Die letzten Jahre haben immer wieder gezeigt, dass Politiker nicht mit Zahlen umgehen können. Die Zahl derer, die schon heute Hartz IV trotz Arbeit beziehen, wird spätestens dann weiter steigen. Und die Sorge darum, wie man trotz Hartz IV Vermögen ansammeln kann, wird den "Aufstockern" zunehmend abgenommen.

Eine regelmäßige Analyse der Regierungsarbeit in den Bereichen Arbeitsmarkt, Sozialpolitik, Steuern/ Finanzen und Governance erstellt das Merkelmeter vom Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW).

Alternativen?

Soweit ich das überblicke, ist die Tendenz in der gesetzlichen Krankenkasse klar: die Beiträge steigen. Nur wann und um wieviel, wird diskutiert. Wer ALG 2 bezieht, dem wird diese Entwicklung erstmal nicht sooo wichtig sein. Spätestens mit der (Wieder)aufnahme einer sozialversicherungspflichtigen Arbeit wird die Frage dann doch akut. Wer dann nicht gleich in eine Private Krankenkasse wechseln kann oder will, kann jedoch mit einer maßgeschneiderten Privaten Zusatzversicherung besser fahren. Sei es mit einer Zahnzusatzversicherung oder einer Brillen Zusatzversicherung.