Identitätsverlust durch Arbeitslosigkeit?

Gestern hatte ich mit einem Freund ein Gespräch. Er hat demnächst ein Klassentreffen und überlegt, ob er da hingeht. Er ist seit langem arbeitslos und fürchtet sich vor der Frage: "Was machst Du denn so beruflich?"

Von den meisten seiner ehemaligen Mitschüler weiß er, dass sie das sind, was allgemein als "gutsituiert" bezeichnet wird. Sie haben es zu etwas gebracht. Naja, dort dann zu sagen, "ich bin arbeitslos…" kommt für ihn nicht in Frage.

So geht es vielen Menschen, die in einer ähnlichen Situation sind wie er. In Untersuchungen wurde festgestellt, dass nach dem Tod eines Partners oder einer Scheidung der Verlust des Arbeitsplatzes als Stressfaktor für Menschen kommt. Etwas zu "sein", das wird am Arbeitsplatz festgemacht. Ich bin Arzt bedeutet mehr, als zu sagen ich bin Kraftfahrer. Und es ist auch immer netter zu sagen, ich bin Selbständiger, als, ich bin Angestellter.

Sehr interessant wird die Situation von arbeitslos und Arbeitsmarkt auf dem Fachwissen-Katalog in dem Beitrag "Arbeitslos und (k)ein Ende?" beschrieben. Auf dieser Seite wird zu einem E-Book verlinkt, mit dem vielversprechenden Titel "Arbeitslos und erfolgreich selbständig mit HartzIV". Da es sich so vielversprechend anhört, bin ich dem Link gefolgt und habe dann feststellen zu müssen, dass es fast 100.- Euro kosten soll.

Na danke, dass ist fast ein Drittel des monatlichen Harzgeldes. Bei einem normalen Buch kann ich blättern und sehen, ob das Geld gut angelegt ist, aber bei einem e-book? Sicherlich gibt es aber Menschen, die es bestellen. Mit der Hoffnung, aus HIV raus zu kommen. Ob es ihnen wirklich weiterhilft, kann ich nicht beurteilen. Aber mir erscheint der Titel aus der Sicht etwas zweideutig.