Geld ist nicht alles im Leben! - Studie zum Nutzen der 1-Euro Jobs

Hier ist der Hartz-IV-Landfunk. Sie hören die Nachrichten. Nürnberg. Ein-Euro Jobs helfen eher Frauen

Die 1-Euro Jobs eröffnen nicht allen Teilnehmern eine Chance auf eine reguläre Arbeit. Das ist das vorsichtige Fazit einer Studie des Nürnberger Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB). Am ehesten profitieren demnach westdeutsche Frauen. Sie haben nach IAB Angaben nach 20 Monaten Niedriglohnarbeit eine um 3 Prozent höhere Chance auf eine "normale" (sozialversicherungspflichtige) Stelle. Wir sind beeindruckt. Was eine 3 Prozent Chance in tatsächlichen neuen Jobs heißt, müssen wir nicht so genau wissen. Es könnte peinlich werden. Einen Schwachpunkt sieht die IAB selbst:

„Einsperreffekt“ in den ersten sechs Monaten

Während des Ein-Euro-Jobs nehmen Maßnahmeteilnehmer seltener eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung auf als die Mitglieder der Vergleichsgruppe. Dieser „Einsperreffekt“ tritt auf, weil Ein-Euro-Jobbern weniger Zeit für Bewerbungen bleibt und weil sie häufig den Ein-Euro-Job als Alternative zur regulären Beschäftigung sehen. Erst nach der Teilnahme an der Maßnahme zeigen sich die positiven Effekte.

Keine Eingliederung bei Jüngeren

Von den Jüngeren wird der Sinn der Ein-Euro-Jobs leider zu wenig verstanden. Sollte Hartz-IV Kunde ein Unterrichtsthema werden? Die Fakten: Arbeitslose unter 25 Jahren machen ein Viertel der Ein-Euro-Jobber aus. Dabei stellen sie aber nur gut 10 Prozent der arbeitslosen Hartz-IV-Empfänger. Bei ihnen lässt sich nicht einmal rechnerisch ein Unterschied zeigen, ob sie nun 1-Euro Jobs machen oder nicht.

Das IAB warnt dennoch davor, den Sinn von 1-Euro-Jobs anzuzweifeln. Denn die Jobs dienen

  • nicht nur dazu, die Aufnahme einer Beschäftigung zu erhöhen,
  • sondern auch dazu, die die "soziale Integration zu fördern"
  • und zum Test für die Arbeitsbereitschaft. Jüngere greifen bei der Alternative: Ein-Euro-Job oder weniger "Stütze" dann öfter zur dritten Option: sich selbst einen Ausbildungsplatz oder eine Arbeitsstelle suchen.

Auf der anderen Seite trägt ein 1-Euro-Job nichts dazu bei, die Bedürftigkeit zu beenden. Die Wahrscheinlichkeit, den ALG2 Bezug zu beenden, ist sogar niedriger als bei denen, die nicht für 1,50 die Stunde arbeiten. Denn wer an solchen Maßnahmen teilgenommen hat, findet sich auch später leichter mit schlecht bezahlten Stellenangeboten ab. Folge: Arbeiten plus Hartz IV zum Aufstocken.

Unter denen, die nicht an 1-Euro-Jobs teilnehmen, überwiegt die Einstellung: Wenn ich arbeite, dann weil das zum Lebensnotwendigen reicht. Der Job, der das nicht erbringt, ist keine diskutable Arbeit. Im letzten Jahr haben 750.000 Menschen einen Ein-Euro-Job angenommen, so die IAB. Bleibt noch die Frage:

Wer oder was ist die IAB?

Wir wollen nicht unterstellen, dass man es der Studie anmerkt, aber die IAB ist eine Dienststelle der Bundesagentur für Arbeit (BA), eine - wie sie selbst schreibt - "eigene Dienststelle der Bundesagentur, ein quirliger Ort, dem das Korsett gleich zweier gesetzlicher Aufträge nicht zu eng geworden ist, dessen Themenvielfalt und Publikationen die Luft der Freiheit atmen, dessen Serviceeinrichtungen in vielem ihrer Zeit voraus sind."

Fazit des Hartz-IV-Landfunks: Anscheinend hat es sich rumgesprochen: Traue keiner Studie, die du nicht selbst gefälscht beauftragt hast.
Die Studie ist hier als PDF abrufbar, die Pressemeldung steht hier.