Hartz 4 kommt, der Datenschutz geht?

Ist ein Hartz 4 Empfänger so etwas wie eine "Laborratte"? Dieser Gedanke ging mir spontan durch den Kopf, als ich den Spiegelbericht über einen "bizarren Hartz4 Fragebogen" las. In Hamburg, aber auch anderen Orten in Deutschland sollen Hartz-4-Empfänger Fragebögen beantworten, in denen außer nach den Essgewohnheiten auch die Einstellung zur Religion und Gewohnheiten, wie die Vorlieben bei Filmen und vieles Private mehr, erfragt werden.

Diese Fragebögen sollen Psychogramme von Arbeitslosen erstellen, um sie besser beraten zu können. Sie wurden von der Gesellschaft für Innovationsforschung und Beratung (GIB) entworfen, die dafür aus dem EU-Sozialfond bezahlt wurde.

Also, ich glaube nicht, dass durch solche Fragebögen ein Arbeitsloser einen Arbeitsplatz erhält. Hamburg hat schon seit einer Weile seine eigenen Methoden, mit Hartz-4-Empfängern umzugehen. Vermutlich kann durch immer mehr Schikanen die Quote der Arbeitslosen auch gesenkt werden. Doch, wieso wird Geld aus einem Sozialfond für solche Umfragen ausgegeben.

Auf der Seite des EU-Sozialfonds steht folgendes Motto: "In Menschen investieren" - Der Europäische Sozialfonds (ESF) unterstützt Menschen bei der Weiterentwicklung ihrer Fähigkeiten und trägt zur Verbesserung ihrer Berufsaussichten bei. Ein Ziel des Sozialfonds ist der "Soziale Zusammenhalt innerhalb der EU", es sollen "Benachteiligte und Behinderte Menschen" gefördert werden.

Wie trägt nun solch ein Fragebogen dazu bei, diese Ziele zu erreichen? Wurden sie als Behindertenarbeit ausgeschrieben?

Orwell lässt grüßen!