Was tut die Politik gegen Arbeitslosigkeit?

2007 könnte eine Wende im Kampf gegen Arbeitslosigkeit sein. So zumindest sehen es die Ökonomen. In der Tat herrscht gute Stimmung in der Wirtschaft. So mancher munkelt schon vom großen Boom.

Auch der Arbeitsmarkt scheint wieder Oberwasser zu bekommen. War doch gegen Arbeitslosigkeit in den letzten Jahren kein Kraut gewachsen, sieht es jetzt so aus, als ob der Markt vom Aufschwung mitgerissen wird.

Nützen tut es aber vor allem denjenigen, die jetzt schon leicht vermittelbar sind. Ausgebildete Fachkräfte und die Jungen. Am unteren Ende tut sich hingegen gar nichts: Menschen ohne besondere Qualifikation, Langzeit-Arbeitslose und Hartz 4 Empfänger haben immer noch das Nachsehen. 5,2 Mio. Betroffene sind es: ebenso viele wie letztes Jahr.

Gegen Arbeitslosigkeit empfehlen Fachleute nun Reformen. Und werden bald zwei neue Modelle vorstellen.

Das Bofinger - Rezept gegen Arbeitslosigkeit

Treppenputzer in der U-Bahn
Auf dem Weg nach unten ... gegen Arbeitslosigkeit?

Das Modell des Wirtschaftsweisen Bofinger basiert auf einem Mindestlohn von 4,50 Euro. Wer zwar arbeitet, aber zu wenig Geld bekommt, soll unterstützt werden. Z.B. indem er von Sozialabgaben befreit wird. Dies soll einen Anreiz darstellen, auch schlecht bezahlte Jobs anzunehmen.

Im Gegenzug sollen dann die steuerfreien Minijobs in Zukunft steuerlich belastbar sein. Da diese aber sehr verbreitet sind, erfordert diese Maßnahme gegen Arbeitslosigkeit unbequemen Mut.

Auf der anderen Seite werden psychologische Vorteile genannt: Trotz geringem Einkommen wäre man kein Sozialhilfeempfänger.

Das Glos - Rezept gegen Arbeitslosigkeit

Weit drastischer ist der Vorschlag des Wirtschaftsministers Michael Glos. Ein recht schlichtes Modell: Hilfe bekommt ein ALG 2 Empfänger nur, wenn er zur selben Zeit einen 39 Stunden Job annimmt. Wer zuwenig verdient, kann sein Gehalt auf Hartz 4 Niveau anheben lassen.

Dänemark als Vorbild

Vielleicht ist aber immer noch das Modell Dänemark der beste Weg gegen Arbeitslosigkeit. Hier geht es um Beschäftigungs- aber nicht mehr um Arbeitsplatz-Sicherheit. Eine relativ hohe Arbeitslosen-Hilfe und intensive Unterstützung bei der Suche nach einem Job haben dafür gesorgt, daß nur noch 4 Prozent der Dänen arbeitslos sind.

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