Hartz 4 als Krise mit kreativem Potential

Das Hartz4 meist eine Katastophe für die betroffenen Menschen ist, ist hinlänglich bekannt und bedarf von meiner Seite keiner weiteren Erläuterung. Aber - jede Krise ist eine Chance.

Das ist spätestens dann nicht mehr banal, wenn jemand diesen Gedanken in die Praxis umsetzt. Hwmueller hat das getan und tut es noch. Ich war überrascht, dass jemand das kreative Potential von Menschen in Krisen hervorhebt, während landauf landab Hartz4 als Verwaltungsproblem und als Sammelbecken sozialer Ungerechtigkeit diskutiert wird (mit bescheidenem Erfolg, sofern man den Erfolg in der Problemlösung sieht, was zu unterstellen mir oft schwer fällt).

Das Festival des gescheiterten Films (FdgF)

Das FdgF veranstaltet vom 20.8-30.08.09 den Kongress (siehe www.der-gescheiterte-film.com). Wer interessiert ist, kann sich bzw. seinen Filmbeitrag unverbindlich über die Webseite anmelden.

Gesucht weden Hartz4ler, die

  • kreativ/künstlerisch tätig sind und
  • entweder einen Film beitragen
  • oder deren Werke in einem Dokumentarfilm dargestellt werden.

Das "Festival des gescheiterten Films" plant eine Doku. Dafür werden

Probanten/ Künstler mit Hartz4 gesucht.

Kurzfilm ist der klassische gescheiterte Film. Kurzfilme lassen sich nicht vermarkten. Und dennoch sind sie das Labor für den großen Film.

Seit einigen Jahren arbeitet Hwmueller in der freien Kunst- und Filmszene. "Dabei beobachte ich eine schleichend perfide Diskussion über Hartz4-Empfänger/Innen. Ich kann mich des unangenehmen Eindrucks nicht erwehren, dass der Staat so tut, als müsse er großzügig als Almosengeber seinen Untertanen gegenüber auftreten und diesen permanent nichtstuendes Schnorrertum unterstellt. Ich aber bin zu tiefst davon überzeugt, dass der Mensch als humanes Wesen in seiner Grundstimmung kreativ veranlagt ist. Quod erat demonstrandum...

Weiter musste ich feststellen, das unter den Filmemachern/Drehbuchautoren und vor allem auch Produzenten viele Hartz4-Empfänger ihr Dasein fristen und gleichzeitig, ob ihres geringen Einkommens gesellschaftlich-kulturelle Arbeit leisten. Nun kam ich auf die Idee, dass einmal profund zu dokumentieren. Ich glaube nämlich, das unsere Gesellschaft, vielleicht nicht unmittelbar finanziell, so doch über Umwege bis hin zur (subventionierten) Hochkultur ihren Mehrwert durch diese Basis-Arbeit um ein vielfaches zurück bekommt. Ja, ich behaupte: Hartz4 ist auch Kulturförderung und Investition und dass die durch Hartz4 erlangte freigestellte Kreativität eines der Säulen unser demokratisch gesinnten Kultur ist.

Nun suche ich Filmemacher/Innen(gerne auch Betroffene)) die sich mit einem Betrag (ca.10min) in freier Form an dieser Doku beteiligen."

Video-Interview mit HWMueller auf arte

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Kommentare

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Die Situation der Schauspieler ist in der Tat prekär. Dennoch nützt kein Jammern. Von staatlicher Seite ist keine Hilfe zu erwarten. Entscheidend ist, dass der Schauspieler tätig ist. Dabei ist es manchmal nicht so wichtig, ob er auch mit seiner Kunst auch Geld verdient. Meine Erfahrung hat mich gelehrt, wenn der Schauspieler tätig ist, dann ergeben sich oft Anschlussaufträge, die dann auch Gelder einspielen. In diesem Zusammenhang möchte ich auf das Projekt inter-acts(inter-acts.de) aufmerksam machen.