Familie statt Karriere und sozialem Engagement

Heute morgen stieß ich in der Lokalzeitung (EJZ vom 6.8.) auf eine Umfrage unter Studierenden. Ergebnis:

Das Privatleben ist für mehr Studenten wichtiger als die Karriere geworden.

Das private Glück ist für Studenten heute wichtiger als die berufliche Karriere. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage  des Hochschul-Informationssystems HIS und dem "Zeit Campus" Magazin.

  • Berufliche Ziele haben nur noch für 47% (minus 10%) Priorität, Familie und Partnerschaft dagegen für 72 % (plus 3%).
  • Parallel dazu hat das Engagement für soziale Belange nachgelassen. "Mich für andere Menschen einsetzen" z.B. war 2002 noch für 63% ein wichtiges Ziel, dieses Jahr bejahen das nur noch 46%.
  • Und nur noch 14% wollen sich politisch stark engagieren - 62% lehnen politisches Engagement gänzlich ab.

Soweit die Eckpunkte der Umfrage. Und was sagt uns das?

Was bedeutet das?

Die "Leistungsträger der Gesellschaft" von morgen werden diesem Land weniger geben als ihre Vorgänger. Theoretisch könnte das ein Wohlstandsproblem sein: sie haben mehr als genug und nichts mehr zu tun. Das ist, wie gesagt, Theorie. Viel plausibler ist für mich, dass sie gelernt haben, dass sich Leistung nicht mehr lohnt: Arbeitest du zuviel, bist du verdächtig (die Work-Life-Balance stimmt nicht), verdienst du zuviel, verstößt du gegen die heutigen Regeln der "sozialen Gerechtigkeit". Und vor allem ist es Aufgabe des Staates, für ausgeglichene Chancen und Minderung beruflicher Risiken zu sorgen. Ist es doch, oder?

Wer heute von Elitenförderung spricht, gilt schnell als Paria, der von den gesellschaftlichen Gegebenheiten nichts verstanden hat. Viel wichtiger ist es, denen zu helfen, die sich nicht selbst helfen können. Natürlich steigt die Zahl derer genau dadurch ins Unermessliche (s. die aktuellen Arbeitslosenzahlen und das Verhältnis von Hartz-4 Empfängern zu Arbeitslosen, rechts auf dem Rand) - aber darum kann man sich halt später kümmern. Über den Sinn der staatlichen "Hilfen" möge jeder selbst sein Urteil treffen.

Ein letztes: Die Umfrage passt wie ein Puzzlestück zur steigenden Popularität der Linken, einer Partei, deren Zielsetzung vor 19 Jahren unterging, um heute wieder Mainstream zu sein. Die neosozialistischen Parteien führen uns in die DDR 2.0. "Die Linke" als treibende Kraft würde heute von über 20% im Osten gewählt werden. Mehr Staat, mehr Gleichheit und weniger Freiheit sind also mehrheitsfähig geworden.

Insofern sind die Studenten ganz Pragmatiker: Sie werden eh in einer sozialistischen Bundesrepublik leben (sofern sie nicht auswandern). Und die Geschichte zeigt: in so einem Land muss sich niemand den Arsch aufreißen.

Kommentare

 

Hallo,
es ist wichtig in einer Notsituation vom Staat Geld zu bekommen, es ist aber genau so wichtig in einer Notsituation gesund zu bleiben. Der Zusammenhang zwischen Armut, Krankheit u. frühem Tod ist in verschieden wissenschaftlichen Studien belegt. deswegen ist es immens wichtig ,das man als Harz 4 ler Gesundheitsleistungen erhält die man bez. kann. Ich biete sinnvolle u. bezahlbare Gesundheitsprävention für Harz 4ler an. Wer möchte gerne dazu mehr Infos haben? Bitte bei mir melden.
 
Es grüßt euch freundlich
 U