Einstellung neuer Mitarbeiter aus Firmensicht

Immer wieder stellen Firmen die falschen Mitarbeiter ein. Junge Firmen wissen nicht genau, wen sie einstellen sollen, bzw. welche Kriterien entscheidend sind. Oder die offene Stelle ist unbeliebt - das kann doch jeder machen. Nur nicht ich, denkt sich der Chef. Das sieht aus, als wären die Chancen für Sie als Bewerber damit gestiegen? Erstmal ja, aber nur kurzfristig.

Die üblichen Einstellungskriterien

Neue Mitarbeiter werden oft anhand ihrer Zeugnisse oder von Sympathie beim Vorstellungsgespräch eingestellt. ALG 2 - Bezug ist meist ein Knick im Lebenslauf, der sich nachteilig auswirkt. Auf Sympathie könnten Sie setzen, aber das sichert keine langfristig erfüllende Arbeit.

Unternehmer kennen zwei Arten von Mitarbeitern,

  • die, die einen Arbeitsplatz suchen. Mit der Unterschrift unter dem Arbeitsvertrag ist das Ziel erreicht, was folgt ist Routine bzw. soll nur Routine sein.
  • die, die eine Aufgabe suchen. Der neue Job ist der Startpunkt, die Aufgabe wird jetzt konkreter.

Darum stellt sich für den Bewerber eine Frage: Wie überzeugt man den neuen Chef, dass man selbst in die zweite Kategorie gehört? Im folgenden wird vorausgesetzt, dass Sie 'so drauf' sind, sprich, dass Sie eine Aufgabe, eine Herausforderung suchen. Denn wenn es anders ist, helfen keine Tricks, um so zu tun als ob. Darum ist die eben gestellte Frage auch nur indirekt zu beantworten:

  • Zeigen Sie Ihre Überzeugung, der richtige Mann/ die richtige Frau für die Stelle zu sein.
  • Sagen Sie ehrlich, was Sie können und was noch nicht. Was Sie heute nicht können, können Sie morgen lernen.
  • Erzählen Sie nichts von verpassten Chancen, auch wenn man bei längerem ALG2 Bezug geradezu zu dieser Denkweise erzogen wird.
  • Sprechen Sie stattdessen von Ihren bisherigen Leistungen.
  • Sie haben sich vorab über die neue Arbeitsstelle informiert? Gut. Stellen Sie im Bewerbungsgespräch alle Fragen, die noch offen sind.
  • Wenn Sie abgewiesen werden: fragen Sie höflich, wann Sie sich wieder vorstellen dürfen.

Laut einer regelmäßigen Umfrage des Gallup-Instituts gehören zwölf bis sechzehn Prozent der Angestellten zu denen, die im Beruf eine Aufgabe suchen. Der weitaus größere Teil, 84 Prozent, macht Dienst nach Vorschrift. Für den Bewerber heisst das: keine Absage ist für immer. Oder anders:

Ständig werden Mitarbeiter gesucht

Seine Einstellung zur Firma kann nur jeder selbst ändern. Der Arbeitgeber hat nur indirekten(!) Einfluss darauf. Was ist das Wichtigste, was er den Mitarbeitern geben kann und was sie am meisten benötigen? Nicht das Gehalt, sondern eine sinnvolle Aufgabe und Anerkennung für Leistung. Die Aussichten beim neuen Arbeitgeber können Sie daran erkennen:

  • Sind das Wichtigste im Bewerbungsgespräch Geld und Arbeitszeit? Stehen die Firmenwerte auf einem Papier? Dann ist es wahrscheinlich ein Hiwi Job.
  • Wo gute Mitarbeiter gesucht werden, sind die Firmenwerte praxisrelevant. Dort fordert der Chef nicht nur von anderen eine bestimmte Leistung, sondern auch und zuerst von sich.

Checkliste zur Einstellung neuer Mitarbeiter (PDF)

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