Deutschland verarmt. Aber warum?

Kürzlich widmete sich die "Kulturzeit" dem Thema Armut in Deutschland. Aufhänger ist das Buch "Aufstand der Unterschicht". Hinter dem Bericht steht die schwindende Hoffnung auf den regulierenden und sozial ausgleichenden Staat. So heißt es in dem Beitrag,

" Wohin diese Entwicklung [der Verarmung] führt, sehen wir bei unseren französischen Nachbarn. In den Banlieus eskaliert immer wieder die Gewalt - der Protest einer ausgestoßenen und chancenlosen Generation. Droht so etwas auch bei uns? Der Staat zieht sich mehr und mehr aus dem Wohnungsbau zurück und gibt damit ein klassisches Instrument der Sozialpolitik aus der Hand. Im Bildungssektor wird weiter sortiert: Wer aus der Unterschicht kommt, hat bei gleicher Leistungsfähigkeit geringere Chancen, eine höhere Schule zu besuchen. So wird der Unterschicht der soziale Aufstieg verwehrt: Einmal Unterschicht, immer Unterschicht. Kinder werden heute in die Unterschicht geboren - und bleiben dort. Sie wachsen auf in einem armen, bildungsfernen Umfeld, mit wenigen sozialen Kontakten zu Menschen außerhalb ihres Milieus. Sie werden sich im Laufe ihres Lebens immer weiter von der gesellschaftlichen Mitte entfernen. Doch auf jeden einzelnen von ihnen wird unsere alternde Gesellschaft in Zukunft angewiesen sein, mahnt Kloepfer. Eine chancenlose Unterschicht können wir uns gar nicht leisten."

Steckt in dieser Kritik schon ansatzweise die Lösung? Das darf bezweifelt werden. Es wundert mich sehr, dass die vor Jahren ad acta gelegte Milieutheorie wieder so hoch im Kurs steht. Ja es wird sogar suggeriert, es sei keine Theorie sondern die nackerte Wirklichkeit selbst. Bedenklich...

Und nun, Film ab: