Contra Mindestlohn

Mit dem Mindestlohn steigt die Schwarzarbeit. Nach Schätzungen von Friedrich Schneider um bis zu 15.000.000.000 (15 Milliarden) Euro. Der Linzer Ökonom Schneider ist der führende Forscher zur Schattenwirtschaft.

Die Einführung flächendeckender Mindestlöhne zwischen 7,50 und 8 Euro wird die Schwarzarbeit in Deutschland in diesem Jahr um 10 bis 15 Milliarden Euro ansteigen lassen. "Es ist eindeutig so, dass Schwarzarbeit umso attraktiver wird, je teurer reguläre Arbeit ist", sagte Schneider der Frankfurter Allgemeinen (FAZ vom 6.1.) "Zieht man einen starren Mindestlohn ein, wird die Schwarzarbeit deutlich zunehmen."

2007 ist der Anteil der Schattenwirtschaft nach Schneiders Berechnung um 3 Milliarden Euro auf rund 348 Milliarden Euro gestiegen. Bei einem Bruttoinlandsprodukt (BIP) von 2,37 Billionen Euro lag der Anteil somit bei 14,7 Prozent. Das ist knapp ein Prozent mehr als 2006. Der Grund für dieses Wachstum war die Mehrwertsteuererhöhung Anfang des Jahres 2007.

Jede weitere Steuerlast drückt die Steuermoral. Denn: „Indirekte Steuern wie die Mehrwertsteuer treffen die Bezieher kleiner und mittlerer Einkommen härter, die Kleinen fühlen sich stärker belastet, und ihre Bereitschaft zur Schwarzarbeit steigt.“

Diese Entwicklung hat dazu geführt, dass zwei Drittel der - immer noch mit dem Attribut "gesetztestreu und obrigkeitshörig" verwachsenen - Deutschen Schwarzarbeit als Kavaliersdelikt ansehen. Doch davon wollen die Befürworter des Mindestlohns nicht wissen. Ein Bauernopfer muss her!, um das Gewissen zu beruhigen. Diesmal hieß es Zumwinkel. Und der Zweck "Mehr soziale Gerechtigkeit" heiligt die Mittel. Und wenn dafür die Staatsorgane zum Hehler werden... sei's drum. Es ist ja für die gute Sache.

Schwarzarbeit und Mindestlohn

Schneider ist der Rufer in der Wüste, wenn er z.B. rechnet: „Würde man den steuerlich absetzbaren Betrag von 500 Euro auf 1000 Euro je Haushalt erhöhen, hätte man einen Rückgang der Schattenwirtschaft um mindestens 3 Milliarden Euro“. Würde die Verdienstgrenze von 400 Euro für Minijobs auf 500 Euro steigen, würde die Schwarzarbeit um weitere 3 Milliarden Euro sinken.

„Es gäbe eine ganze Reihe von Maßnahmen, die die Regierung sofort tun könnte, um Schwarzarbeit in reguläre Arbeit umzuwandeln, aber momentan scheint die Politik mit den Mindestlöhnen den umgekehrten Weg zu gehen“, kritisierte Schneider.

Und in einigen Branchen arbeitete schon 2007 schätzungsweise die Hälfte der Arbeitslosen schwarz. Die Regionaldirektion Sachsen-Anhalt-Thüringen der BA testete im Vorjahr die Verfügbarkeit aller arbeitslosen Bauarbeiter, Verkäufer und Reinigungskräfte, indem sie sie zu einer ganzwöchigen Pflichtveranstaltung bestellte. Knapp die Hälfte haben die Teilnahme abgelehnt und sich sogar aus der Arbeitslosigkeit abgemeldet - ... zu viel zu tun, keine Zeit fürs A-Amt :)

Was unternimmt das Arbeitsamt gegen die Schwarzarbeit?

Und wem das noch zuwenig contra Mindestlohn ist, der kann bei Roman Möller über Lafontaines Mindestlohnträume weiterlesen. Wem das zuviel Contra Mindestlohnerei wird, dem erklärt Peter im if-Blog, warum am Mindestlohn kein Weg vorbei zu führen scheint. Wer wissen will, wie der nächste Schritt: der ungeschminkte Vernichtungsfeldzug gegen Steuersünder aussieht, der wagt sich (hoffentlich) an die FAZ. Und zum Schluss noch was ganz Anderes: Wer durchgehalten hat, kann sich selbst ein paar Geldgeschenke basteln. Ganz legal :)

Kommentare

Mindestlohn haben wir doch im Prinzip!
Mindesteinkommen halt!

wenn der lohn nicht reicht bekommt man den Rest vom hartz4, Familienkasse oder Kindergarten zuschuß.

ist das alles besser als Mindestlohn!?

okay einmal zahlt der Arbeitgeber einmal Deutschland (welche Kassen weiß ich nicht) aber wo das noch alles hinführen soll weiß ich nicht.

160h, im Monat, unzufrieden an der Kasse nach dem einkauf, kein Urlaub hartz4...überleben nicht leben ;-/
zum kotzen ehrlich (deprimiert bin)

Die Subventions- und Umverteilungspolitik ist nicht haltbar. Sie ist eine Sackgasse. Nicht, weil sie manchem missfällt, sondern weil das Ganze schlicht nicht bezahlbar ist. Wir hatten jetzt ein Jahr Konjunktur, dieses Jahr flaut sie schon ab - der Ofen geht aus, kaum dass er brennt.
>>ist das alles besser als Mindestlohn!?
Nein, das macht keinen wirklichen Unterschied.
>>160h, im Monat, unzufrieden an der Kasse nach dem einkauf, kein Urlaub hartz4...überleben nicht leben ;-/
Picard, ich hab mir mal die Stats deiner Webseite angesehen. Da ich vermute, du machst die Seite eher 'nebenbei', sehen die wirklich gut aus. Hast du schon mal überlegt, dir damit ein Zusatzeinkommen aufzubauen? Da hast du eine Basis, das macht Spaß, das wärs doch?! Was meinst du?
Nochmal zum Mindestlohn und Alternativen:
Weniger Steuern, weniger Subventionen, weniger "Pappa-Staat-sorgt-für-dich", weniger Klientelversorgung durch die Politik und nach 1 bis 3 Jahren würde es ALLEN besser gehen.
Aber davor werden 'uns' die Genossen schon 'beschützen'.