10 Tipps: Beim Bewerbungsgespräch Schwächen vermeiden

Die kniffligsten Fangfragen im Bewerbungsgespräch - und wie Sie dabei Schwächen und Fehler vermeiden. Fangfragen sind Kunstgriffe. Der Arbeitgeber will mehr erfahren, als schon im Lebenslauf steht und darum kennen die Bewerbungsgespräche geheimen Ritualen.

Auf Fangfragen kann und sollte man sich vorbereiten, sonst plaudert man schnell mehr aus als man wollte. Und dann gibt's keine zweite Chance. Darum ist umfassende Vorbereitung alles.

Die ersten Schritte

  • Prüfen Sie Ihren Lebenslauf: Gibt es darin Lücken, Schwachstellen, Ungereimtheiten?
  • Informieren Sie sich über die neue Firma. Googeln Sie zum Beispiel mit den Suchanfragen FirmennameXY Geschichte, oder FirmennameXY  Kunden, oder auch FirmennameXY  Partner sowie Presse FirmennameXY  und ähnliche.
  • Informieren Sie sich über Ihren Gesprächspartner im Vorstellungsgespräch.
  • Stellen Sie sich auf kleine Provokation ein. Proben Sie das Vorstellungsgespräch mit einem Bekannten, dann 'sitzen' Ihre Antworten besser, wenn es dann drauf ankommt.

Nachfolgend die häufigsten Fangfragen im Bewerbergespräch.

Falle Nr.1: Die Familienfrage

„Ah, Sie haben ja zwei Kinder, wie läuft es denn so mit den Kleinen?” Hört sich nach Smalltalk an und wird besonders an Frauen gestellt. Über ihre Kinder reden Eltern gerne, und so kommt der Bewerber ins Plaudern. Was der Personaler jedoch hören will: Hat der Kandidat den Kopf frei für den neuen Job, schafft er oder sie das neben der Kinderbetreuung?

Das sollten Sie tun: Keine Probleme schildern, es läuft alles bestens. Die Kinder sind versorgt, die Oma steht parat. Beschreiben Sie Ihre Familiensituation positiv. Sie können auch offen zurückfragen, warum Ihre Familienorganisation für ihn von Interesse ist. Das ist nicht vermessen, denn auch Sie wollen herausfinden, ob die neue Firma "eine gute Partie ist".

Falle Nr.2: Alternative Lebensweise

„Was würden Sie tun, wenn Sie nicht mehr arbeiten müssten?” "Dann würde ich mich erst mal gründlich erholen, endlich wieder Sport treiben und mich meinem Hobby widmen..." der Personalverantwortliche hört, dass es mit Ihrer Ausgeglichenheit und Ihrem Zeitmanagement nicht weit her sein kann.

Das sollten Sie tun:  Erzählen Sie, wie Sie einen neuen Lebensplan entwerfen würden. Oder werden Sie konkret, schwärmen Sie vom Tauchclub auf Kreta. Das zeigt, dass Ihre Existenz nicht an der neuen Arbeitsstelle hängt.

Falle Nr.3: Die Teamfrage

„Sie waren ja als Freiberufler ganz lange ein toller Einzelkämpfer und auch familiär - 2 Jahre Single - können Sie Ihren Mann stehen.” Achtung Falle! Denn wenn Sie jetzt schwärmen, wie toll Sie alles allein hingekriegt haben, ohne jemanden fragen zu müssen, stellt sich die Frage der Teamfähigkeit.

Das sollten Sie tun: Schildern Sie positiv, wie Sie sich darauf freuen, im Team von der Arbeit mit Kollegen zu profitieren.

Falle Nr.4: Die Durchsetzungsfrage

„Glauben Sie, sich in einem Männerteam durchsetzen zu können?” Ein Klassiker für Frauen in männerorientierten Branchen. Der Subtext: „als Frau sind Sie zu schwach” oder „unter Männern müssen Sie aber was einstecken können”.

Das sollten Sie tun: Bloß keine Rechtfertigung, Sie verstehen gar nicht, wo das Problem sein soll. Belegen Sie Ihre Sicht mit Beispielen aus Ihrer Laufbahn.

Falle Nr.5: Die Kollegenfrage

„Was schätzen Sie an Kollegen überhaupt nicht?”

Das sollten Sie tun: Negatives über den alten Arbeitsplatz ist immer tabu, zeigen Sie sich loyal oder schweigen sich über Details aus, "Die alte Arbeitsstelle ist Geschichte, ich bin bereit für neue Aufgaben". Wenn Sie ausführlich Differenzen mit ihren Ex-Kollegen aufrollen, kann der Eindruck entstehen, dass Sie die Schwierigkeiten machen.

Falle Nr.6: Die offene Frage

„Erzählen Sie doch mal ein bisschen von sich.” Entweder der Interviewer ist überhaupt nicht vorbereitet, oder er will wissen, wie Sie auf völlig offene Fragen reagieren.

Das sollten Sie tun: Keine langen, zu privaten Geschichten, sondern antworten Sie mit Bezug zur neuen Arbeitsstelle.

Falle Nr.7: Die Überstundenfrage

„Sind Überstunden für Sie in Ordnung?” Wenn Sie jetzt erzählen, dass Sie schon immer viele Überstunden geschoben haben und sich Arbeit eben nicht so genau planen lässt, könnte das heißen, dass Sie Ihre Zeit ineffektiv nutzen und keinen Wert auf Privatleben legen. Erstens ist das unglaubwürdig und zweites nicht gut für Ihre Leistungsfähigkeit.

Das sollten Sie tun: Sagen Sie, dass Sie Ihre Aufgaben innerhalb Ihrer Arbeitszeit erledigen können, aber wenn nötig natürlich eine Extraschicht einlegen.

Falle Nr.8: Die Kritikfrage

„Wie gehen Sie mit Kritik um?” Sind Sie „selbstverständlich kritikfähig” und „nehmen natürlich Kritik gerne an”? Achtung: das klingt nach Masochist, so als ob Sie sich gerne von anderen 'rundmachen' lassen.

Das sollten Sie tun: Geben Sie es zu: Niemand liebt per se Kritik. Und machen Sie klar, dass Sie mit Kritik konstruktiv umgehen können.

Falle Nr.9: Die unerlaubte Frage

„Wie denken Sie über die Krise der SPD?” Der Personaler will Ihnen vielleicht auf den Zahn fühlen.

Das sollten Sie tun: Fragen Sie nach oder leiten Sie auf ein anderes Thema um: „Können Sie mir bitte sagen, warum Sie das fragen?" Oder, "Ich würde Ihnen meine Haltung gern an einem anderen Beispiel erläutern.”

Testfrage. Der Brainteaser

„Warum sind Gullydeckel rund?” Der Klassiker unter den Denksportaufgaben, der Ihr kreatives Potential sichtbar machen soll. Eine perfekte Lösung wird nicht erwartet.

Das sollten Sie tun: Diese oder ähnliche Fragen sollen zeigen, wie pfiffig Sie sind. Denken Sie laut, der Interviewer will hören, wie Sie an das Problem herangehen. Das ist wichtiger als das letztendliche Ergebnis.

Fazit

Je größer das Unternehmen, desto unwahrscheinlicher ist es, dass Sie mit Fangfragen konfrontiert werden. Trotzdem -  denken Sie schon mal über die Sache mit den Gullydeckeln nach.

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