Arbeitsamts-Deutsch

Haben Sie schon einmal die News der Bundesagentur für Arbeit gelesen? Ich mache es regelmäßig, und wundere mich doch immer öfter über die Sprache dieser Nachrichten. Beispielsweise die Formulierung „Der Anteil der Bewerber, die in eine Ausbildung eingemündet sind“. Warum wird nicht geschrieben, dass jugendliche Menschen eine Ausbildungsplatz erhalten haben?

Noch sonderbarer ist „Ergebnisse des bundesweiten Vergleiches der Leistungskraft operativer Einheiten“. Hinter dieser Bezeichnung werden die Arbeitsagenturen und ARGEN versteckt. Die Arbeitsämter hatten also einen Vergleichswettkampf, wer am meisten Arbeitslose vermitteln kann. Also, wenn mit solch einer Sprache von Menschen geredet wird, da ist es kaum verwunderlich, wenn Sachbearbeiter mit ihren „Kunden“ umgehen, wie mit einem Möbelstück.

Auf Somlus Welt sind ein paar Beispiele, nett niedergeschrieben, die diese Versächlichung von Menschen bebildern. Diese Berichte der Bundesagentur für Arbeit, die machen mich oft depressiv. Sie werden ja immer positiv formuliert und sollen auf ein aktives Wirken und Nutzen hinweisen. Als von den neuen Verträgen mit den Zeitarbeitsfirmen berichtet wurde, hatte ich das Bild der müden Menschen vor mir, die morgens gegen 4:00 Uhr an der Straße stehen und darauf warten, dass der Kleinbus einer Zeitarbeitsfirma hier in der Gegend in die Fabrik bringt. Dort schuften sie für Hungerlohn, friss oder stirb.