Wie sind Jobs in der Zeitarbeit?

Das Arbeitsamt erklärt vollmundig, dass Zeitarbeit dem "Arbeitnehmer viele Vorteile" bringe. Hervorgehoben wird, dass unterschiedliche Tätigkeitsbereiche kennengelernt werden könnten. Ein weiteres Plus wäre die Mobilität. Andere behaupten, Zeitarbeit sei die billigste Ausbeutungsform, die man heute in der EU kenne. Schauen wir uns lieber die Fakten an.

Was ist Zeitarbeit?

Zeitarbeit - nach Zeit arbeiten

Im Jahre 2005 waren 70% der Arbeitnehmer in der Zeitarbeitsbranche vorher arbeitslos. Darum wird Zeitarbeit gerne als Mittel gegen die Langzeitarbeitslosigkeit angeführt.

Zum Thema "Zeitarbeit als Sprungbrett ins Arbeitsleben" bedenken Sie bitte: weniger als drei Prozent der Zeitarbeiter werden von einer Leihfirma fest angestellt. Dieser Wechsel ist nach Aussage von Zeitarbeitsfirmen die absolute Ausnahme. Der Normalfall: die Firma, in der Sie arbeiten, bekommt Sie billig und ohne großen Aufwand und gibt Sie danach an die Zeitarbeit zurück.

Jobs für Langzeitarbeitslose in der Zeitarbeit

Die meisten Arbeitnehmer in der Zeitarbeit sind Hilfspersonal. Ein neues Projekt ist „Welfare-to-Work“. Es soll besonders Langzeitarbeitslosen zu einem neuen Job verhelfen. Es heißt, dass gering ausgebildete Arbeitslose so „Kompetenz für die Arbeitswelt“ trainieren können. Aber für Personal-Dienstleiter besteht dadurch die Möglichkeit, Stellen in der Industrie zu besetzen, die nur eine geringe Qualifikation benötigen.

Habe ich eine Arbeit auf Zeit?

Bei einer Zeitarbeitsfirma werden Sie in der Regel fest eingestellt. Diese vermietet Sie an unterschiedliche Firmen. Die Zeitarbeitsfirma bestimmt Ihren Einsatzort und Ihren direkten Arbeitgeber. Die meisten Jobs gibt es als Lagerarbeiter oder in der Produktion.

Der Verdienst

Für die Zeitarbeit gilt der Gleichstellungsgrundsatz, daher sollte die Bezahlung mit der eines festen Mitarbeiters vergleichbar sein. Wenn das Arbeitsentgeld über Tarifbestimmungen geregelt ist, kann die Bezahlung vom Gleichstellunggrundgesetz abweichen. Die üblichen Beiträge zu den Sozialversicherungen werden von der Zeitarbeitsfirma gezahlt. Sie haben als Arbeitnehmer auch Anspruch auf Urlaub und auf eine Lohnfortzahlung im Krankheitsfall. Was Sie verdienen hängt davon ab, in welcher Entgeldgruppe die Tätigkeit ist, die Sie ausüben und für wie lange.

Überall arbeiten?

Wo Sie eingesetzt werden, wird von der Zeitarbeitsfirma koordiniert. Am Arbeitsplatz werden Sie von der Firma eingewiesen, die Sie entliehen hat. Zusätzliche Aufwendungen, wie Fahrt- und Übernachtungskosten sollte Ihr Arbeitgeber übernehmen. Wie lange ein Einsatz bei einem Arbeitgeber dauert, kann sehr unterschiedlich sein. Allerdings werden Arbeitsstellen oft kurzfristig ausgehandelt - Sie sollten sehr flexibel sein. Wenn zwischen den Arbeitseinsätzen Pausen für Sie entstehen, sollte diese Zeit auch vergütet werden.

Tipps zum Zeitarbeitsvertrag

Sie wollen in einer Zeitarbeitsfirma arbeiten? Es gibt verschiedene Punkte, die Sie beachten sollten. Ihr neuer Arbeitgeber hat Pflichten, die er einhalten muss.

Handschlag auf den ArbeitsvertragAchten Sie darauf, dass die Zeitarbeitsfirma dem Interessenverband Deutscher Zeitarbeitsfirmen angeschlossen ist. Die Firma sollte von der Bundesagentur für Arbeit eine Erlaubnis zur Arbeitnehmerüberlassung haben. Diese sollten Sie sich zeigen lassen.

Die Zeitarbeitsfirma muss Ihnen auch zwischen Ihren Einsätzen in Firmen Lohn zahlen. Als Arbeitnehmer in einer Zeitarbeitsfirma haben Sie Anspruch auf bezahlten Urlaub. Sollten Sie krank werden, muss Ihnen der Lohn weiter gezahlt werden, für Sie gelten auch die normal üblichen Arbeitsbestimmungen (Mutterschutz, Kündigungsschutz usw.)

Bevor der Arbeitsvertrag unterschrieben wird...

Sie wollen mit einer Zeitarbeitsfirma einen Arbeitsvertrag abschließen? Dann beachten Sie die folgenden Punkte:

Ihr Arbeitsvertrag sollte schriftlich zwischen Ihnen und der Zeitarbeitsfirma abgeschlossen werden. Er soll Name und Anschrift der Vertragspartner, also von Ihnen und der Zeitarbeitsfirma enthalten. Auch die zuständige Erlaubnisbehörde sollte aus dem Vertrag ersichtlich sein.

Weiter sollte enthalten sein:

  • die Dauer des Arbeitsverhältnisses
  • die Arbeitszeit
  • wie hoch Ihre Vergütung sein wird
  • eine Regelung, falls Sie erkranken sollten
  • wie der Urlaub geregelt wird
  • Kündigungsfristen
  • Tarifvereinbarungen
  • welches Einsatzgebiet für Sie gilt.

Unterweisungen in der Sicherheit und gegebenenfalls eine Sicherheitsausrüstung sollte Ihnen von der Zeitarbeitsfirma zur Verfügung gestellt werden.

Die Zeitarbeitsfirma sollte Ihnen das „Merkblatt für Leiharbeiter“ von der Bundesagentur für Arbeit aushändigen. Sollten Sie einen befristeten Arbeitsvertrag bekommen, beachten Sie, dass er höchstens für die Dauer von zwei Jahren abgeschlossen werden darf. Ist er kürzer, darf er innerhalb der zwei Jahre auch nur zweimal verlängert werden.

Wenn Ihnen bei einem Einsatz als Zeitarbeiter von der Firma ein fester Arbeitsplatz angeboten wird, können Sie das Angebot annehmen. Die Zeitarbeitsfirma darf Sie nicht an sich binden. Allerdings sollten Sie die Kündigungsfristen einhalten. Schließen Sie mit ihrem neuen Arbeitgeber einen neuen Arbeitsvertrag ab.

Arbeit als Leiharbeiter einer Zeitarbeit kann eine Möglichkeit sein, im Berufsleben Erfahrungen zu sammeln und neue Arbeitsgebiete kennen zu lernen.

Aber es birgt auch die Gefahr, vom Arbeitgeber des Einsatzgebiets verheizt zu werden. Arbeiter, die nur kurz in einer Firma einen Job erledigen, fallen schnell aus der Sorgfaltspflicht heraus. Achten Sie darauf, was Sie unterschreiben.

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Kommentare

Sorry - habe ich noch nicht erlebt. Aus der Geringverdiener-Falle herauszukommen ist sehr schwer. Ich bin hochqualifiziert und wenn du einen Hilfsarbeiter-Zeitvertrag hast, um wieder mal zu arbeiten - bekommst du einen Hilfsjob angeboten - und den auch nur so bezahlt. was du für einen Qualifizierung hast, spielt keinen Rolle. wenn eine Kunde Hilfsarbeiter anfordert und der Job erfordert schon mindestens eine Qualifizierung ( Beruf, Erfahrung oder Spezialisten-Wissen 9 , wirst du trotzdem nur als Hilfsarbeiter bezahlt. Da überall Tarifverträge ( Zeitarbeit ) bestehen, ist es mit der Gleichstellung mit den Kollegen Essig! Prima ausgehebelt das Gesetz. Und wenn du erst mal als Hilfsarbeiter angefangen hast - guckt dich kein Personaler von besseren Firmen mehr für einen qualifizierten Job an ( Erfahrung). Schönen Dank für diese wundervolle Erfahrung mit der Zeitarbeit 8aber man ist ja froh Arbeit zu haben ( Ich arbeite jetzt Vollzeit und bekomme trotzdem noch Hartz IV. Ich bin übrigens Ingenieur mit Zusatzqualifizierung, Business english, SAP...

Grüsse

Hallo,
danke, für Deine realistische Sicht, auf diesen Optimistischen Ansatz der Arbeitsämter. Als ich die Nachrichten über die Pläne Menschen über Zeitarbeit-Jobs zu Arbeit zu bringen las, da glaubte ich auch nicht daran. Was Du nun schilderst bestätigt meine Gedanken dazu.
Warum sollte Firmen denn auch noch gute Arbeitsplätze bereit halten, wenn sie mit Leiharbeitern vieles Umgehen könnten. Sie brauchen keine Urlaubszeiten einplanen, kein Weihnachtsgeld, keine Abschläge etc. Wie ist es mit einem Betriebsrat und/oder Gewerkschaften in Betrieben, die ihre Mitarbeiter durch Leiharbeiter aus der Zeitarbeit aufstocken.
Das Arbeitsamt ist da wirklich einen Kuhhandel eingegangen! Aber auf Kosten der Menschen, die einen Arbeitsplatz suchen um ein vernünftiges Auskommen zu haben.
Er hat wirklich den Beigeschmack von Menschenhandel, dieser Packt, den das Arbeitsamt da eingegangen ist. Ja, wirklich prima ausgehebelt.
Siehst Du für Dich eine Chance auf dem hiesigen, bestehenden Arbeitsmarkt? Oder hast Du einen Plan, z.B. durch Arbeit im Ausland, oder Selbständigkeit etwas zu verändern?

Wenn man keine Arbeit hat,nimmt an alles-auch diese Billig-Jobs.Mein Sohn beginnt da jetzt,hat einen Stundenlohn von 6,34 ,da hat er immer noch mehr,als ich in einem festen Arbeitsverhältnis hatte-5,90- und ich rede hier von Brutto-Löhnen.Ich selbst habe meine Gesundheit in dem Betrieb gelassen,für 5,90,wen man nun zuerst Ohrfeigen sollte ist auch ne Frage,MICH oder wen?Seit 4 Jahren acker ich wegen einer Rente,hatte Herzinfarkt,habe Reuma,Kniegelenk,Schulter-Artrose,bin stark Hörgeschädigt,habe Osteporose,bin schon Depressiv ,schlucke jeden Tag 8 verschiedene Medikamente,aber ich kann noch Arbeiten sagt die Rentenversicherung und das Gericht-fragt sich nur wo.Eins steht fest,sollte ich keine Rente bekommen,da springe ich in die Selbstständigkeit,allein schon,weil ich der Rentenversicherung keine Cent meines schwer verdienten Geldes mehr in den Rachen stopfen werde.Für meinen Sohn wäre Zeitarbeit erst mal eine alternative,er ist 21 und will nicht weiter von Harz IV leben-für mich mit 51 Jahren käme das nicht mehr in Frage

Ja, da wird in der Presse so oft das Bild vom Arbeitsscheuen Hartz-IV-Empfänger gezeichnet. Aber es gibt ja nicht mal Arbeit für jeden, und davon leben muß man auch. Es ist wirklich wichtig, dass Mindestlöhne eingeführt werden, auch wenn die Wirtschaft zetert. Ich habe es auch erlebt, dass in einer Elektronik-Firma die Geräte besser gewartet wurden als die Arbeiter an ihnen. Menschen sind billiger zu bekommen als Maschinen.
Je mehr Menschen einen Arbeitsplatz bekommen, um so eher sind sie bereit für weniger Lohn zu arbeite als ein anderer, nur um den Job zu bekommen.
Das es immer schwerer wird früher in Rente zu gehen höre ich auch immer öfters.
Das mit dem Selbständig machen, das ist oft der einzige Ausweg. Aber das wird auch sehr reglementiert hier in Deutschland. Das ist in anderen Ländern sehr viel einfacher zu bewerkstelligen.
Hat der Sohn eine Ausbildung, vielleicht kann er eine Umschulung machen. Auch wenn das nicht immer wirklich zu einem neuen Job führt, so ist er auch erst mal weg von Hartz 4. In dem Alter schon eine gewisse Perspektivlosigkeit vorgesetzt zu bekommen ist nicht gerade ermutigend für die Zukunft.
Aber so lange man nicht aufgibt und sich dem Amt "hingibt", gibt es immer noch die Möglichkeit einen Weg zu finden.
Zur guten Qualifizierung: mir haben sie vom Amt auch erzählt, ich sei überqualifiziert und bräuchte keine Weiterbildung, soll den Platz mal für andere lassen, die keine Ausbildung haben. Nach einem Jahr hieß es, ich bin zu lange weg vom Beruf und habe mich ja nicht weiter Qualifiziert...
Grüße

Seid gegrüßt!

In der Tat sind die Absichten unseres allseits beliebten Arbeitsamtes sicherlich auf den ersten Blick durchaus lobenswert. Allerdings ist für das Amt lediglich entscheidend, dass ihre allmonatliche Arbeitslosenstatistik gedrückt wird. Die Mittel sind im Prinzip egal... Zeitarbeit ist ein modernes Instrument dafür geworden.

Die Zeitarbeit bringt viele Menschen wieder in Lohn und Brot, so dass sie zumindest teilweise der Armut und damit insbesondere HARTZ IV entfliehen. Der Grundsatz, die Zeitarbeiter zum gleichen Lohn zu beschäftigen, existiert wirklich nur zu 98 % in der Theorie! Es gibt in der Zeitarbeitsbranche diverse Tarife, die die Entgelte je nach Tätigkeit (nicht nach Qualifikation) regeln. Es gilt NICHT der Grundsatz: "equal pay for equal work!" Mehr muss diesbezüglich nicht geschrieben werden...
Man ist als Zeitarbeiter, um es ganz klar zu betonen, ein Arbeitnehmer 2.Klasse! Er weiß nie, was nach dem Einsatz sein wird bzw. wo er in wenigen Monaten oder in einem jahr sein wird...
Trotzdem ist es dann aber leider doch noch besser (und das ist gerade die Tragik der gesamten Geschichte) als arbeitslos zu Hause zu sitzen. Mit den Jahren entwickelte sich Zeitarbeit - entgegen ihrer eigentlichen Funktion des möglichen "Beschnuppern" zwischen AG und AN - mehr und mehr zum Instrument zur kostengünstigeren bzw. flexibleren Abdeckung von Auftragsspitzen. Welcher Arbeitgeber möchte schon Abfindungen für kurz zuvor eingestellte Mitarbeiter zahlen oder möglicherweise langwierige Verfahren vor dem Arbeitsgerichte führen?
Diese Entwicklung wird sich fortsetzen. Im Gegenzug werden nach und nach Festanstellungen nicht mehr die Regel sein, sondern die Ausnahme sein.
Es bleibt nur die Hoffnung, insbesondere für die so genannte "Generation Praktikum", zu welcher ich auch gehöre, eine Festanstellung zu bekommen.

Hallo erstmal! :)

"Allerdings ist für das Amt lediglich entscheidend, dass ihre allmonatliche Arbeitslosenstatistik gedrückt wird. Die Mittel sind im Prinzip egal"

Das triffts. Ja, mehr muss man zu dem Thema nicht sagen. Ich überlege gerade, einen diesen Umständen angepassten "Arbeitsamtsknigge für Besucher" (Arbeitstitel) zu schreiben. Denn da dem Amt die Mittel in vielen Fällen egal sind, kann man als "Kunde" ganz schön unter Druck geraten. Darum dürfte der Knigge sich nicht im Bitte-Danke-Darf-ich-mich-setzen erschöpfen, sondern sollte den verschärften Bedingungen Rechnung tragen.

Ich halte zwar die Chancen auf Festanstellung für noch geringer, wenn du einmal zum Dauerpraktikanten geworden bist- aber ich drücke die Daumen!

Hallo!
Hab jetzt erst durch Zufall diese Seite gefunden und möchte nun auch meine
Meinung dazu abgeben. Ich selbst habe bisher noch nicht in einer Zeitarbeits-
firma gearbeitet und bin froh darüber.Sicherlich gibt es welche,wie auch in anderen
Bereichen, wo die Bezahlung und auch die Behandlung von Arbeitnehmern
halbwegs angemessen ist. Aber in den meisten Fällen ist das sicher nicht so.
Dies habe ich festgestellt, als ich über 2 Jahre lang in meiner ehemaligen
Firma gearbeitet habe. Ich war dort verantwortlich für meine Schicht in der
Sandstrahlabteilung und hatte meistens Leiharbeiter bei mir an der Maschine.
Während dieser Zeit hatte ich bestimmt ein Dutzend verschiedener Mitarbeiter.
Manche waren nur 3 Tage da.Das war auch für mich anstrengend, weil ich
jedesmal die Leute erneut einweisen mußte und man die anfallenden Arbeiten
nicht ohne weiteres in 3 bis 4 Wochen drauf hatte. Ich habe dort als Festangestellter
schon nicht viel bekommen, war trotzdem Hartz4 Empfänger, weil meine Partnerin
arbeitslos war, aber die Leiharbeiter bekamen noch weniger und wurden wie
Laufburschen von einer Abteilung in die Andere geschickt.
Es wechselten auch die Leihfirmen an sich, in dieser damaligen Firma.
Es gibt ja immer Einen billigeren. Zum Glück bin ich auch von dieser Firma weg.
Ich habe selber gekündigt und bin momentan wieder arbeitslos.
Dennoch war mir meine Gesundheit wichtiger als ein schlechtbezahlter Job.
Ich hatte in meiner Abteilung Mitarbeiter, deren Lieblingsbeschäfftigung Mobbing
war und auch der Firmenchef hatte seinen Spaß daran. Abgesehen von den
ganzen Dreck, den man die ganzen Jahre ohne Schutz geschluckt hat, war
ich körperlich und seelisch ziemlich am Ende.
Dies gehört zwar nicht direkt zum Thema, aber vielleicht haben auch Andere
die diese Seite lesen ähnliches erlebt. Jedemfalls würde ich Jedem raten, dem
es genauso ergeht, nicht zu zögern seine Gesundheit an erster Stelle zu stellen.
Ich habe dies auch vorher genau mit meinem Hausarzt abgesprochen, war beim
Neurologen,sollte stationär eingeliefert werden(was ich nicht tat, weil der Grund
dafür meine Arbeitsstelle war) und war bei der Amtsärztin, die meine
Depressionen bestätigte.
Kein Job ist es wert, dafür seine Gesundheit auf' s Spiel zu setzen!

Ich habe zurzeit das zweifelhafte Vergnügen als Zeitarbeiter an ein Callcenter ausgeliehen zu sein. Abgesehen von dem kargen Lohn war ich auch gezwungen, der Leihfirma gratis ein zinsfreies Darlehen von einem halben Monatslohn zu gewähren. Die zahlen nämlich erst nach sechs Wochen und dann den Lohn für vier. Wenn man dort aufhört, dann bekommt man zwei Wochen später (s)einen halben Monatslohn. Ich habe jetzt Hartz4 beantragt und nach Auskunft der unabhängigen Arbeitslosenberatung im Vorfeld wird sich sich das tatsächlich richtig lohnen.
Natürlich sinken die Arbeitslosenzahlen unter diesen Bedingungen. Aber das war ja offenbar auch das Ziel. Vor allem wird die Arbeit für die Arbeitgeber deutlich billiger, das war der ursprüngliche Sinn von Hartz4. Eine ganze Generation wird so herangezogen, die auch im Alter, sofern wir das überhaupt erleben, von Almosen leben dürfen. Von privater Vorsorge jeglicher Art brauchen wir gar nicht erst anfangen zu träumen. Das bleibt gar nichts. Von Hoffnung oder gar (persönlicher) Perspektive ganz zu schweigen.