Umzugskosten bei Hartz 4 (Rechtliches)

Nachfolgend geht es darum, welche Umzugskosten die Arge unter welchen Bedingungen übernimmt. Was müssen Sie tun, damit Sie im Hartz 4 Bezug umziehen können?

Sie müssen zunächst bei der zuständigen Arge einen "Antrag auf Kostenübernahme" für Ihren Umzug stellen. In diesem Zuge prüft der Sachbearbeiter, ob Ihr geplanter Umzug notwendig ist. (mehr dazu: Umzugsratgeber und Umzug mit und ohne Zustimmung der Arge).

Der Antrag auf Kostenübernahme

Hier wird geprüft:

  • ob der Umzug erforderlich ist
  • wie teuer der Umzug wird
  • ob die neue Wohnungsmiete angemessen ist

Rein rechtlich hängen die ersten zwei Fragen nicht zusammen - soweit die Theorie. In der Praxis tun sie es dennoch, irgendwie... Die dritte, Angemessenheit der neuen Wohnung, ist den örtlichen Vorgaben über angemessene Miete der Arge/ Sozialamt zu entnehmen. Dazu genügt ein Anruf.

Gehen wir davon aus, dass Ihr Umzug erforderlich ist und wenden uns den Kosten des Umzugs selbst zu. Im Normalfall müssen Sie selbst anpacken, weil die Arge Ihnen keine Full-Service bezahlt. Sie brauchen Helfer? - "Na dann fragen Sie doch Ihre Bekannten!" Aber nicht jeder hat die an der Hand oder kann den Umzug selbst durchführen, selbst wenn er wollte. Wenn das auf Sie zutrifft, müssen Sie der ARGE durch

  • Bescheinigung Ihres Arztes oder
  • Bescheinigung Ihrer Krankenkasse

aufzeigen, warum Sie nicht in der Lage sind, Einzelschritte (wie z.B. Umzugskisten packen, Montage) oder den ganzen Umzug selbst vorzunehmen.

Um die Umzugskosten zu ermitteln, müssen Sie drei Kostenvoranschläge von verschiedenen Speditionen vorlegen.

Ihr Sachbearbeiter wird wahrscheinlich jeden davon für viel zu teuer halten. Nicht bange machen lassen, freundlich bleiben: was der SB meint, interessiert nicht. Sie haben Ihre Festpreisangebote dabei und gut. Und nur für den Fall, dass der SB es versucht: Er darf Ihnen keine Spedition seiner Wahl vorschlagen. Sondern er muss das billigste der vorgelegten Angebote akzeptieren. Da Sie das jetzt wissen, einigen Sie sich ggfs. vorab mit Ihrer Wunsch-Spedition, wenn deren Angebot nicht das billigste ist. Beim Termin in der Arge fällt die Entscheidung und alle sonstigen Verhandlungen sollten Sie vorher geführt haben.

Es ist nicht rechtens, wenn man von Ihnen verlangt, neue Kostenvoranschläge von anderen Speditionen vorzulegen.

Antrag abgelehnt?

Wenn Ihr Antrag auf Kostenübernahme abgelehnt wird, ist er in den meisten Fällen nicht erforderlich. Wichtig: Sie können (und dürfen) dennoch umziehen! Nur müssen Sie dann die Umzugskosten selbst tragen und einige weitere Punkte beachten.

Umzug mit Behinderung

Wenn Sie krank sind oder ernsthafte Behinderungen haben, übernimmt die Arge alles. Ihnen wird ein Packer vom Amt gestellt. Umzugskisten und Verpackungsmaterial werden ebenfalls gestellt. Ihre Güter werden eingepackt, ausgepackt, sperrige Möbel oder Geräte werden ab- und wieder aufgebaut. Wenn erforderlich, werden an der Be- und Entladestelle Halteverbotszonen eingerichtet und die dafür nötige polizeiliche Genehmigung wird eingeholt. Dafür gibt es zwei Voraussetzungen:

  • durch Krankheit oder Behinderung können Sie den Umzug nicht selbst durchführen (Bestätigung vom Arzt)
  • Ihr Umzug wird als notwendig akzeptiert.