Freibeträge bei ALG II

Freibeträge berechnenWer sich zum ALG II etwas dazu verdienen will, muss die Freibeträge kennen. Das vermeidet Ärger mit der Arbeitsagentur und nur so haben Sie am Ende wirklich mehr als ohne Nebenverdienst.

Der Einkommensfreibetrag bei ALG II ist 100.- Euro. Soviel können Sie ohne Abzüge monatlich verdienen. (mehr zum Thema: Hartz IV Einkommen) Ist das Einkommen über 100 €, wird Einkommen mit dem Regelsatz verrechnet.

Machen wir uns das zunächst an einer Beispielrechnung klarer. Angenommen, jemand hat einen Minijob und verdient 450 Euro im Monat. Die Freibeträge sehen wie folgt aus:

Beispielrechnung für einen Minijob

RechenschrittBeträge
Einkommen450,00 Euro
Freibetrag bei Erwerbseinkommen (laut SGB II)- 100,00 Euro
verbleibt als Einkommen350,00 Euro
20% von 350,00 Euro abziehen- 70,00 Euro
anzurechnendes Einkommen280,00 Euro

Anzurechnendes Einkommen bedeutet: Die 280 Euro werden mit dem Hartz-4-Regelsatz verrechnet. Wer im Minijob 450 Euro verdient, der bekommt 399 Euro (Regelsatz 2015) minus 280 Euro gleich 119 Euro.

Jetzt können wir das Thema weiter vertiefen.

Einkommens-Freibeträge

Über den Grundfreibetrag von 100 Euro (bzw.notwendige Betriebsausgaben und Werbungskosten) dürfen Sie behalten:

  • 20 Prozent der Brutto-Einkünfte zwischen 101 Euro und 1000 Euro
  • plus 10 Prozent der Brutto-Einkünfte zwischen 1000,01 und 1.200 Euro
  • mit minderjährigem Kind liegt die Grenze statt bei 1.200 bei 1.500 Euro

Höhere Einkünfte werden vom Arbeitslosengeld II abgezogen.

GeldstapelWie wird "Einkommen" im ALG II Bezug berechnet?Es ist wichtig, das zu wissen. Denn nicht die persönliche Bedeutungsgebung zählt, sondern die Definition vom Amt. Die Agentur für Arbeit definiert Einkommen wie folgt:

Einkommen ist grundsätzlich jede Einnahme in Geld oder Geldeswert. Es kommt nicht darauf an, welcher Art und Herkunft die Einnahmen sind, ob sie zur Deckung des Lebensunterhalts bestimmt oder steuerpflichtig sind oder ob sie einmalig oder wiederholt anfallen.

 

Kurz: Es spielt keine Rolle, woher die Gelder stammen. Einkommen sind Geldzuflüsse neben dem Arbeitslosengeld II und diese Gelder werden als Einkommen angerechnet. Wichtig dabei: Es gibt Freibeträge beim Einkommen.

Einkommen der Bedarfsgemeinschaft zählt

Wer in einer "Bedarfsgemeinschaft" lebt, dessen Einkommen(sberechnung) hängt immer vom Einkommen der anderen Personen ab. Alle Personen einer Bedarfsgemeinschaft werden sowohl bei der Leistungsberechnung durchgerechnet - und ebenso bei der Einkommensberechnung. Also auch das Einkommen des Ehegatten, Lebenspartners oder der unverheirateten Kinder unter 25 werden berücksichtigt. Stellt eine Person den ALG 2 Antrag, die selbst unter 25 Jahren alt und unverheiratet ist, wird auch das Einkommen und Vermögen der Eltern verrechnet.

Einkommen, das zu berücksichtigen ist

Zum Einkommen gehören beispielsweise

  • Einnahmen aus einer nicht selbstständigen oder selbstständigen Erwerbstätigkeit
  • Entgeldersatzleistungen wie Arbeitslosengeld oder Krankengeld
  • Kapital- und Zinserträge
  • Einnahmen aus Vermietung und Verpachtung, Land- und Forstwirtschaft
  • Unterhaltsleistungen, Kindergeld
  • Renten, Einnahmen aus Aktienbesitz
  • Steuererstattungen.

Erstaunlicherweise habe ich aber dann auch Einkommen gefunden, das nicht als Einkommen gerechnet wird. Dazu gehören zum Beispiel

  • Grundrenten nach dem Bundesversorgungsgesetz und
  • Gesetzen, die eine entsprechende Anwendung vorsehen
  • Erziehungsgeld
  • Blindengeld.

Auch das Entgeld, das es für "Ein-Euro-Jobs" gibt, wird nicht auf das Arbeitslosengeld II angerechnet. Da es nicht als Beschäftigung im versicherungsrechtlichen Sinne gilt.

Meist ist für Einkommen ein Job und dafür eine schriftliche Bewerbung notwendig. Hier finden Sie Hinweise für ein erfolgreiches Bewerbungsgespräch.

So werden die Freibeträge ermittelt

Für die Höhe Ihres Freibetrags ist das Bruttoeinkommen (Einkommen vor Steuern und Abgaben) entscheidend. Die Freibeträge addieren sich jeweils. Das heißt, verdienen Sie mehr als 100,- €, wird der Freibetrag für die ersten 100,- trotzdem so berechnet, als würden sie genau 100,- € verdienen (die ersten 100,- € bleiben also komplett anrechnungsfrei). Nur für den Betrag, den Ihr Einkommen größer ist als 100,- € gelten die neuen Regelungen. Gleiches gilt bei den anderen Grenzen:

Mehr zu Freibeträgen und anrechenbarem Einkommen erfahren Sie in der Broschüre "Arbeitslosengeld II / Sozialgeld".

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