Hallo zusammen,
unsere Familie lebt schon sehr lange von Hartz4. Es ist ein ständiger Kampf, um nicht den Willen und die Hoffnung zu verlieren. Aber Ihr wisst das ja selbst.
Ich möchte mir nur hier etwas von der Seele schreiben....vielleicht hat der eine oder andere das auch schon erlebt.
Letztes Jahr begann ich im September eine Ausbildung zur Altenpflegehelferin mit dem Gedanken später weiter zu machen bis zum Examen. Unsere Tochter kam letzten August in den Kindergarten (bis16.00Uhr) unser Sohn ist in der Schule in Betreuung (15.30Uhr). Da mein Mann arbeitslos war, planten wir ihn für die Betreuung der Kinder ein. Trotzallem hätte er ja einer halbtagsbeschäftigung nachgehen können und trotzdem wäre die Betreuung der Kinder gesichert gewesen. Einen Monat später nachdem ich die Ausbildung angefangen hatte, bekam mein Mann die Möglichkeit hier bei der Stadt eine Stelle im ortsansässigen Bauhof zu bekommen..auf 6 Monate befristet, aber trotzdem laut Sachbearbeiter mit guter Aussicht auf eine Festanstellung. Auch der Bauhofsleiter sagte zu ihm, das er sich die Chance nicht entgehen lassen solle. Mein Mann trat die Stelle an, in die wir sehr viel Hoffnung investierten. Allerdings fing er da schon morgends um 5.00Uh an. Also kümmerte ich mich im Pflegeheim darum (normaler Arbeitsbeginn(6.00Uhr) 1 1/2 Stunden später zur Arbeit zu kommen, aber dafür auch länger zu bleiben.
Es war schwierig aber wir zogen das durch. Im Dezember wurden beide Kinder krank und jedesmal, wenn ich mir das OK vom Arzt holen wollte um die Kinder wieder in die Schule und in den Kindergarten zu schicken, stellte dieser wieder etwas anders fest...so wurden es 3 Wochen, die die Kinder krank waren. Wir überlegten ob mein Mann nicht eine Woche zu Hause bleiben könnte (Krankschreibung wegen der Kinder), aber wir beschlossen das es nun wichtiger war zuzusehen das unser Papa endlich wieder arbeiten gehen kann mit dem Hintergedanken an die Festanstellung. Zu guter letzt haute es mich mit dem Grippevirus auch 2 Wochen auf die Bretter. Somit wurde mir die Zulassung zur Prüfung im kommenden August versagt...hätte aber dann ein halbes Jahr später noch eine Prüfung machen können. Nach der ersten Hiobsbotschaft folgte die 2te..ich bin schwanger. Also lief es darauf hinaus das ich die Ausbildung abbrach, weil einfach die Zeit die zwischen meinen 1ten halbjahr und dem 2ten Halbjahr , wegen Mutterschutz und Elternzeit, einfach zu lang geworden wäre. Also brach ich ab, auch mit Anraten von der Schuldirektion und meiner Chefin. Ich werde erst 30 und kann danach immer noch wieder zurück mit Neuanfang dachte ich mir und hatte noch soviel gute Hoffnung für die Festanstellung meines Mannes über.
Doch 2 Monate vor Ablauf der befristeten Stelle bekamen wir die die 3. Hiobsbotschaft. Mein Mann wird nicht übernommen. Und das obwohl mein Mann alles übernommen hatte was nur ging (Urlaubsvertretung, Samstags Grünschnittanlage etc.). Er sprang überall da ein, wo ein Arbeiter fehlte. Auch der Bauhofsleiter war schockiert, weil definitiv Leute noch gebraucht werden. Der Leiter sprach sogar insgesamt 3 mal beim Bürgermeister unserer Stadt für meinen Mann vor. Und später erfuhren wir sogar das andere Mitarbeiter ebenfalls auf die Gemeinde liefen um für meinen Mann vorzusprechen, doch leider alles ohne Erfolg.
Fazit: Egal, wie sehr man sich bemüht, so wird man doch in die Pfanne gehauen und in ein noch größeres loch geschupst. Qualität zählt nicht mehr sondern nur noch die Subventionen die ein Arbeitgeber bekommt für jemanden, wie meinen Mann.
Vielen Dank für´s Zuhören (lesen).....hat gut getan^^