Einstiegsgeld - Start in die Selbstständigkeit

Auch im ALG II Bezug können Sie sich selbstständig machen. Das Einstiegsgeld könnte beim Aufbau der eigenen Existenz helfen.

Einstiegsgeld für Selbstständige

Einstiegsgeld: lieber der Spatz in der HandEinstiegsgeld soll die Aufnahme einer hauptberuflichen selbstständigen Tätigkeit fördern. Es ist eine „Kann-Leistung“, die Arbeitslosen die Aufnahme auch von schlecht bezahlten Jobs einfacher machen soll.

Das Einstiegsgeld muss vor der Existenzgründung beim zuständigen Arbeitsvermittler beantragt werden. Voraussetzung für diese Förderung ist der Bezug von ALG II.

Wer ALG I erhält, für den kommt eine Förderung zur Existenzgründung nur mit „EXGZ“, wie die „Ich-AG“ im Amtsdeutsch heißt, in Betracht.

Das Einstiegsgeld (ESG) kann erst mal für eine Dauer bis zu 6 Monaten gewährt werden. Es ist aber möglich, dass es für weitere 6 Monate weiter bewilligt wird, aber bis zu höchstens 24 Monaten insgesamt.

Höhe des Einstiegsgeldes

Die Höhe des Einstiegsgeldes ist von einigen Faktoren abhängig. Wie so oft: das Amt bestimmt. Die Höhe hängt ab von der Dauer der Arbeitslosigkeit sowie der Größe der Bedarfsgemeinschaft, in der der Antragsteller lebt. Außerdem hängt die Höhe von der ihm zustehenden Regelleistung ab (nicht mehr als 50% zusätzlich).

Einstiegsgeld gibt es einzelfallbezogen (§ 1 ESGV) oder pauschal (§ 2 ESGV).

Einzelfallbezogene Bemessung

Bei der einzelfallbezogenen Bemessung wird ein monatlicher Grundbetrag gewährt, dem Ergänzungsbeträge hinzugefügt werden sollen. Der Grundbetrag beträgt maximal 50 % der Regelleistung.

Wer zwei Jahre oder länger arbeitslos war, dem soll außer dem Grundbetrag ein Ergänzungsbetrag gezahlt werden. Der Ergänzungsbetrag entspricht 20 % der Regelleistung. Wer in einer Bedarfsgemeinschaft lebt, dem soll außerdem ein Ergänzungsbetrag in Höhe von 10 % der Regelleistung gewährt werden.

Deckelung

Alle möglichen Ergänzungsbeträge zusammen können maximal so hoch wie der Regelsatz werden. So erhalten Sie höchstens den doppelten Betrag des Regelsatzes.

Pauschale Bemessung

Das Einstiegsgeld kann auch pauschal bemessen werden, wenn ... wir sparen uns hier das "Wenn", weil man dazu Amtsdeutsch sprechen muss. Das Wichtige ist ja nur, dass das Einstiegsgeld einzelfallbezogen berechnet werden kann oder anders. Anders heißt pauschal und bedeutet: Der Träger der Grundsicherung legt die Höhe fest. Pauschal angesetztes Einstiegsgeld beträgt maximal 75 % der Regelleistung.

Krankenversicherung

Sie sind weiterhin in der gesetzlichen Krankenversicherung versichert, auch die Beiträge der Pflegeversicherung und der Rentenversicherung werden weiter gezahlt, solange die „Hilfebedürftigkeit“ nach der Kalkulation besteht. Das Einstiegsgeld ist steuerfrei.

Wie erhalte ich Einstiegsgeld?

Zuerst benötigen Sie ein gut detailliertes Konzept für Ihr zukünftiges Unternehmen. Mit diesem Konzept müssen sie Ihren Sachbearbeiter überzeugen, das Einstiegsgeld zu bewilligen.

Antragsunterlagen

Mit dem Antrag müssen Sie folgende Unterlagen abgeben:

  • Kurzbeschreibung des Geschäfts,
  • Kapitalbedarfs- und Finanzierungsplan,
  • Umsatz- und Rentabilitätsvorschau mit einer monatlichen Aufstellung bis maximal einem Jahr
  • eine fachkundige Stellungnahme von unabhängiger Seite (IHK, Kreditinstitut, Fachverband oder ähnliches)
  • die Anmeldung beim Gewerbeamt oder Finanzamt

Wenn Sie alle Hürden genommen haben, dann sollten Sie gut gerüstet sein für eine neue, selbständige Existenz, weg aus Hartz IV.

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