Arbeitsamt: Schwarzarbeit ist kein Kavaliersdelikt (und dennoch populär)

Was ist Schwarzarbeit?

Schwarzarbeit ist eine Form der "illegalen Beschäftigung". Dabei werden gesetzliche Pflichten - vor allem steuerrechtlicher und sozialversicherungsrechtlicher Art - umgangen. Eine Haushaltshilfe, die ohne Rechnung gegen Barzahlung putzt, arbeitet schwarz. Gleiches gilt für den Handwerker, der ohne Rechnung eine bar bezahlte Reparatur vornimmt.

Vom Arbeitsamt wird Schwarzarbeit besonders als so genannter "Leistungsmissbrauch" verfolgt. Leistungsmissbrauch liegt vor, wenn

  • der Arbeitslose Leistungen des Arbeitsamtes erhält (ALG1 oder ALG2) und
  • nebenbei arbeitet, ohne die Arbeit dem Arbeitsamt anzuzeigen.

Lohnt sich Schwarzarbeit?

Diese Überlegungen sollen niemanden zu Schwarzarbeit verleiten. Sie dienen nur der allgemeinen Information!

Schwarzarbeit macht heute knapp ein Sechstel des BIP aus und mit jeder neuen Steuer steigt der Anteil der Schattenwirtschaft: Alle Verbote und Kontrollen sind nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Wer gibt schon gern sein hart verdientes Geld ab, damit der Staat die Bürokratie ausbaut oder es anderen "Bedürftigen" schenkt. Wer seinen Lohn nicht mit dem Staat teilen will, schafft das meist. Wenn man Kollegen/ Arbeitgeber bzw. seine Kunden persönlich kennt, sind erstaunlich viele auf Angebote "unter der Hand" ansprechbar. Fragen kostet nichts. Die Gefahr, dabei aufzufliegen, ist trotz medienwirksamer Razzien gering. Im Alltag geht die größte Gefahr von missgünstigen Nachbarn oder Kollegen aus.

So vermeiden Sie Schwarzarbeit

Wenn Sie Hartz IV beziehen und (neben)erwerbstätig sind, teilen Sie es der BA mit den entsprechenden Anlagen zum Hartz-IV Antrag mit. Alle Anlagen mit Erläuterung finden Sie auf der Formulare Download-Seite. Das sollten Sie auch dann tun, wenn Ihre Einkünfte unter dem Freibetrag von 100 Euro/ Monat liegen. Es ist vielleicht nervig, für die Kleinbeträge alle Formulare auszufüllen. Andererseits:

  • Sie zeigen dem Arbeitsamt, dass Sie selbst aktiv werden
  • Sie haben bessere Chancen, einen unpassenden Vermittlungsvorschlag abzulehnen
  • Sie sind rechtlich auf der sicheren Seite
Bund und Zoll gegen Schwarzarbeit
Bund und Zoll gemeinsam gegen Schwarzarbeit - die Erfolge sind eher mager. Quelle: zoll.de

Was tut das Arbeitsamt gegen Schwarzarbeit?

Bei Verdacht auf Schwarzarbeit

  • kann eine Vorladung zur zuständigen Arbeitsagentur erfolgen
  • kann der Zoll eingeschaltet werden, um vor Ort zu ermitteln (Betroffene und Nachbarn befragen)

Wird der Verdacht bestätigt, wird die Regelleistung gekürzt. Im Normalfall um 30 Prozent. Zu Unrecht erhaltene Gelder müssen zurückgezahlt werden - meist wird dieser Betrag mit noch zu zahlenden Leistungen verrechnet. Und das A-Amt verhängt empfindliche Bußgelder - man setzt auf Abschreckung.

Böse Zungen behaupten dennoch, das Arbeitsamt tut mehr für als gegen die Schwarzarbeit: Die Einkommensberechnung für Selbstständige ist zum Heulen nachteilig für Betroffene. Desgleichen die Meldeberichte für alles, was über den 400 Euro des Minijobs liegt.

Beispiele

In einigen Branchen arbeitete 2007 die Hälfte der Arbeitslosen schwarz. Die Regionaldirektion Sachsen-Anhalt-Thüringen der BA testete 2007 die Verfügbarkeit aller arbeitslosen Bauarbeiter, Verkäufer und Reinigungskräfte im Einzugsgebiet. Sie lud die Genannten zu einer ganzwöchigen Pflichtveranstaltung ein. Knapp die Hälfte lehnten die Teilnahme ab und meldeten sich sogar aus der Arbeitslosigkeit ab - ... keine Zeit fürs A-Amt :)

Das Landesarbeitsamt NRW nahm 2003 die Gastronomie ins Visier. Die Kontrolle ergab: Die Hälfte des Personals arbeitete schwarz. In ganz Nordrhein-Westfalen wurden rund 1.000 Hotel- und Gaststättenbetriebe inspiziert. 3.000 Beschäftigte wurden kontrolliert.

Die Bilanz fällt ernüchternd aus: Die Hälfte war illegal beschäftigt. Für das Landesarbeitsamt war das keine Überraschung: "Die Schwarzarbeit ist dort ausgeprägt, wo Personal ohne besondere Qualifikation beschäftigt werden kann", erläutert der LA-Sprecher Werner Marquis gegenüber dem WDR.

Hier können Sie weiter lesen: Schwarzarbeit und Mindestlohn unter die Lupe genommen.

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Kommentare

Ich finde es ein Armutszeugnis, dass unser ach so reicher Staat bis heute keinen Mindestlohn beschlossen hat. Die lohnentwicklung in Deutschland ist doch katastrophal; aber in den m,edien höre ich täglich wie toll es unserer Wirtschaft geht und wie groß die Kauflaune der Deutschen ist...........wie hch ist die Zahl der Privatinsolvenzen?

Sorry, aber mir kommt das große Kotzen wenn ich sehe wie hier die Bevölkerung belogen, ausgenommen und verarscht wird.....wie lange schauen wir uns das noch an?

 

So wild sind die Kontrollen nicht.

Bei uns in Osteel wird nicht kontrolliert.

Und was solls. Ich fahr meinen Mercedes und die Arge zahlt die Miete.

Wenn Ihr mir schreiben wollt: Stefan.hermeling@googlemail.com

Ganau durch solche Leute wie du es bist wird den wirklichen Sozialschwachen das Leben schwer gemacht.

Weiss auch nicht so recht was du it dieser Aussage beweisen willst hoffe nur das sie dich am A...h kriegen und deine Leistung sperren

Putzfee

Putzfee, nicht aufregen! ;-)

Nur weil er einen Mercedes fährt, heißt das noch gar nichts! Wenn der schon 15 Jahre alt ist, ist es noch immer ein Mercedes, aber der ist doch fast nichts mehr wert!

 

Aber auch ich hoffe, dass sie ihn mal dran bekommen, falls er wirklich Leistungen bezieht und das Amt bescheißt!